München – Hafenstadt mit Herz?!

Am 22.2. haben wir am Marienplatz eine kleine Kundgebung veranstaltet, vor allem um noch einmal auf unsere Petition und unsere Forderung nach einem sicheren Hafen in München hinzuweisen. Trotz mittelmäßigem Wetter sind einige gekommen und wir haben auch nochmal einige Unterschriften sammeln können.

Macht München zum sicheren Hafen!

Am 17.1.2019 haben die Rathausfraktionen von die Linke und die Grünen/rosa Liste einen Antrag in den Sozialausschuss eingebracht, in dem es um die Situation der Geflüchteten auf dem Mittelmeer ging. Ein paar Menschen konnten sich auch unter der Woche Vormittags Zeit nehmen, um den Antrag ins Rathaus „hineinzugeleiten“.
Leider war das Ergebnis sehr dürftig. Wenn Ihr mehr erfahren wollt, kommt doch zu unserer Kundgebung am Freitag, 22.2. um 16.00 Uhr vor dem Rathaus am Marienplatz.

Öffnet den Weg in die sicheren Häfen! Keine Abschiebungen nach Afghanistan!

Rückblick: Kundgebung zum Dreikönigstreffen der CSU am Sonntag 6.1.2019 in der Münchener Fußgängerzone
 
 
Als sich die CSU am Sonntag, den 6. Januar 2019 zu ihrem traditionellen Dreikönigstreffen im Augustiner Keller in München einfand, irrten die deutschen Rettungsschiffe Sea-Watch 3 (Sea Watch e.V.) und Professor Albrecht Penck (Sea-Eye e.V.) mit insgesamt 49 geretteten Flüchtlingen bereits seit 15 bzw. 8 Tagen bei herausfordernden Wetterbedingungen auf dem Mittelmeer umher. Schon zu diesem Zeitpunkt hatten sich einige deutsche Bundesländer, Städte und Gemeinden bereit erklärt, den Geretteten – darunter auch Kinder und Frauen – Schutz und ein neues Zuhause zu bieten. (Zahlreiche Orte in Deutschland haben sich bereits grundsätzlich zu einem sicheren Hafen erklärt). Doch erst gegen Mittag des 9. Januars kam endlich die erlösende Botschaft, dass die Gäste der Sea-Watch 3 und der Professor Albrecht Penck in Malta an Land gehen können, nachdem sieben weitere EU-Staaten zusicherten,  einige der 49 auf den Schiffen befindlichen Menschen sowie weitere Gerettete, die sich schon etwas länger auf maltesischem Boden aufhielten, aufzunehmen. Über die vorhergehenden Tage hatte sich die Versorgungslage auf den Rettungsschiffen stark verschlechtert, dennoch zögerten die Regierenden Europas – allen voran Innenminister Horst Seehofer – die Einfahrt in einen sicheren Hafen weiter hinaus. Außerdem fehlt  nach wie vor ein langfristiges und nachhaltiges Konzept, wie die europäischen Staaten mit Geflüchteten, die an den südlichen Außengrenzen gerettet werden, umgehen und ihr Recht auf ein faires Asylverfahren gewährleisten wollen. 
Und während die einen gar nicht erst an Land dürfen, werden die anderen gewaltsam in eine Kriegsregion zurückverbracht, obwohl sie teils schon seit Jahren bei uns leben, uns zu Freund*innen, Kolleg*innen und Mitbürger*innen geworden sind. Am 7. Januar 2019 wurden von München aus 36 Menschen, davon 23 aus Bayern, nach Kabul/Afghanistan abgeschoben – keine 24 Stunden nachdem die staade Zeit endete. Trotz der prekären Sicherheitslage in Afghanistan führt das Bundesministerium des Inneren die seit Dezember 2016 bestehende Praxis von Sammelabschiebungen per Charterflug auf unabsehbare Zeit fort. 
Schutzsuchende in ein Kriegsland abzuschieben ist ebenso menschenunwürdig wie die Weigerung, Geflüchtete aus Seenot zu retten und aufzunehmen. Dieser Zustand macht uns fassungslos, aber wir lassen uns nicht unterkriegen. Wir zeigen uns solidarisch mit allen Menschen auf der Flucht und all denjenigen, die humanitäre Hilfe leisten. Darum fordern wir: 
 
Öffnet den Weg in die sicheren Häfen! 
Keine Abschiebungen nach Afghanistan und ein Bleiberecht für alle afghanischen Geflüchteten! 
Um diese Forderungen öffentlich und für die CSU-Mitglieder gut sichtbar zu machen, hatten wir uns am Dreikönigssonntag mit Freund*innen und Unterstützer*innen nahe des traditionellen CSU Treffens in der Münchner Fußgängerzone getroffen und eine beachtliche Transpi-Kette geformt. Außerdem konnten unsere drei Königinnen offene Briefe an Vertreter der CSU überbringen – nun warten wir auf die schnelle Antwort, die Bernhard Loos (MdB, München Nord) uns versprochen hatte.
Ein besonderer Dank geht an die Crews der Sea-Watch 3 und der Professor Albrecht Penck. Wir denken an euch und eure Gäste! Außerdem wollen wir uns 
bei allen bedanken, die die Kundgebung mit uns vorbereitet haben, Redebeiträge beigesteuert haben und ganz besonders bei allen, die trotz der widrigen Wetterbedingungen so tapfer die Transparente hochgehalten haben!

Hier noch der Text unseres offenen Briefes:

Offener Brief an Bundesinnenminister Horst Seehofer und an die CSU-Mitglieder beim Dreikönigstreffen am 6. Januar 2019 in München

Sehr geehrter Herr Seehofer,
sehr geehrte Damen und Herren der CSU,

kurz vor Weihnachten nahm die Sea-Watch 3 in internationalen Gewässern 32 Menschen aus Seenot auf. Wenige Tage später hat die unter deutscher Flagge fahrende „Professor Albrecht Penck“ weitere 17 Menschen aus Seenot gerettet. Beide Schiffe suchen seitdem verzweifelt nach einem sicheren Hafen für die 49 Geretteten und die Crews. 
Zwar erlaubten die maltesischen Behörden am 2. Januar aufgrund der schlechten Wetterbedingungen der Sea-Watch 3, näher an der Küste in ruhigeren Gewässer zu fahren, doch eine Anlegeerlaubnis war damit nicht verbunden. Und so ist für beide Schiffe weiterhin in kein sicherer Hafen in Sicht. 
Obwohl sich bereits mehr als 30 deutsche Städte bereit erklärt haben, die Geretteten aufzunehmen, weigert sich die Bundesregierung, diesen Menschen die dringend benötigte Zuflucht zu ermöglichen. Das ist eine vorsätzlich unterlassene Hilfeleistung.
Herr Seehofer, Sie fordern eine gemeinsame europäische Lösung und eine gerechte Verteilung der Flüchtlinge. Doch schauen Sie sich doch die Zahlen an: Spanien hat im Jahr 2018 mehr als 52.000 in Seenot gerettete Menschen aufgenommen, Griechenland mehr als 29.000, Italien knapp 23.000. Und Deutschland? Nur 115. 
Deutschland kann und muss jetzt mehr Verantwortung übernehmen. Wir appellieren daher dringend an Sie, den Städten in Deutschland, die sich dazu bereit erklärt haben, schnell und unkompliziert die Aufnahme der Geretteten zu gestatten!
Der Schutz von Menschenleben muss an oberster Stelle stehen. Das muss auch für alle weiteren Rettungseinsätze gelten. Wer Menschen aus Seenot rettet, darf nicht kriminalisiert werden. Rettungsschiffe dürfen nicht aus politischem Kalkül einer tagelangen Odyssee auf hoher See ausgesetzt werden, die das Leben der Geretteten und der Besatzung gefährdet. 
Herr Seehofer, wir fordern von Ihnen: Öffnen Sie den Weg in die sicheren Hafenstädte!

Mit freundlichen Grüßen
Seebrücke München

Es wurden auch ein offener Brief an Staatsminister Joachim Hermann bezüglich der Abschiebungen nach Afghanistan von matteo – Kirche und Asyl e.V. und ein offener Brief an Ministerpräsident Markus Söder, ebenfalls bezüglich der Abschiebungen nach Afghanistan von Tom Nowotny überreicht. 

Solidarität mit den Stansted15

Die Seebrücke München erklärt sich mit den Stansted 15 solidarisch. Wir verurteilen den Mißbrauch von Terrorgesetzgebung, um friedlichen Protest mit dem Ziel der Abschreckung zu kriminalisieren.
Unser Dank gilt den mutigen und konsequenten Aktivist*innen, die bereit waren, in dieser Aktion für die Menschenrechte von Migrant*innen einzutreten.

Kein Mensch ist illegal. Statt Abschiebungen fordern wir ein umfassendes Recht auf Bewegungsfreiheit.

Mehr Hintergrund zu den Stansted15: WOZ

Danke an alle für eine schöne SoliSause!

Wir hatten einen schönen Abend und wir hoffen alle Gäste auch!
Erstmal geht ein riesiges Danke an alle, die uns bei der Sause unterstütz haben. Es wurden soooo viele Preise für die Tombola gespendet, dass wir am Ende kaum Nieten hatten, wir hätten damit schon einen eigenen T-Shirt-Shop aufmachen können, wozu neben vielen anderen die Polizeiklasse einen grossen Beitrag geleistet hat, danke! Ein Päckchen mit Preisen ist leider scheinbar auf dem Postweg verloren gegangen, aber wenn es noch auftaucht, müssen wir einfach nochmal ne Tombola machen. Und unser Hauptgewinn, das Moonbird-Schild, das seit der ersten Kundgebung der Seebrücke München dabei war, soll seinen Weg ins Stadtmuseum finden, hiess es, das freut uns sehr.
Kulinarisch waren wir auch verwöhnt mit den wunderbaren Waffeln, einem leckeren Dal, großartigem Kuchen und Plätzchen waren auch irgendwie überall, Nussplätzchen und Vanillekipferl und Schiffchen-Plätzchen und wir hatten eine große Rettungsringplätzchen-Lieferung von der Seebrücke Heidelberg, vielen Dank dafür! 🙂
Unsere Idee mit den Not-So-Longdrinks ist irgendwie im Sande verlaufen, bzw. im Bier, da wird wohl irgendwann ein Restetrinken anstehen, aber es waren jedenfalls alle Gäste ausreichend versorgt!
Die Express Brass Band hat uns grandiose Stimmung gemacht und die DJs waren auch wunderbar, es wurde getanzt und gewippt und sogar ein bißchen getschunkelt (oder wie man das schreibt). Für die Visuals gab es auch viel Lob, die waren wirklich gut gelungen, und wir hoffen, daß die irgendwann nochmal zum Einsatz kommen und nicht im Archiv verstauben.
Der Stencil-Raum ist ein bißchen zur Chill-Ecke geworden, wir haben ein paar schöne Drucke gemacht, und haben es auch geschafft, einen ehemals schönen Hoodie zu versauen (merke: nicht jeder Stoff ist zum bedrucken geeignet), der Besitzer hat es aber mit Fassung getragen, das ganze wurde einfach zur Kunst deklariert. Auch die Stencils wollen wir für zukünftige Aktionen weiterverwenden.
Das vegetarische Fresskorbwichteln lief im überschaubaren Rahmen ab, wir hoffen, dass alle, die was reingelegt hatten, auch was wiederbekommen haben, denn am Schluß ist ein bisserl was übrig geblieben.
Insgesamt war’s ein gelungener Abend, fanden wir und wir bedanken uns bei allen, die mit uns gefeiert haben.
Der Erlös vom Waffel- und Glühweinstand von Jugend rettet e.V. und Alarm Phone geht zu Gunsten der Prozesskosten der IUVENTA-Crew und mir ist zu Ohren gekommen, daß da ein bißchen was zusammen kam. Und auch die Aktionskasse der Seebrücke München hat jetzt einen guten Start ins neue Jahr. Danke an alle dafür.
Die SoliSause war für uns ein schöner Abschluss für dieses anstrengende Jahr, und wir hoffen, wir sehen Euch alle im nächsten Jahr bei gemeinsamen Aktionen wieder!

SeebrückenSoliSause

Fr. 21. Dezember 2018 , 19 –1 Uhr (draussen bis 22 Uhr) im Bellevue di Monaco, Müllerstraße 2, 80469 München

Zefix, da is ja scho wieda a Jahr herum!

Das heißt, es ist Zeit, Euch alle nochmal herzlichst einzuladen, vor den Feiertagen gemütliche zusammenzukommen und gemeinsam auf ein ereignisreiches Jahr zurückzublicken. Wir, die Seebrücke München, möchten uns mit dieser kleinen Feier auch noch mal bei all unseren Unterstützer*innen und Mitstreiter*innen bedanken und Euch die Möglichkeit zum (entspannten) Austausch bieten. Und wenn dabei noch Spenden für unsere Arbeit zum Thema Seenotrettung und sichere Fluchtwege zusammenkommen, dann wäre das eine wirklich feine Sache…

Genaueres zum Programm:

Die Express Brass Band wird um 20:30 Uhr aufspielen, danach kümmern sich unsere DJ*anes L. T. Mayer und Martin Horn um die Stimmung – und das alles begleitet von Visuals von tps nostromo.
Am frühen Abend könnt Ihr Euren persönlichen Seebrücken Stencil-Druck anfertigen. Am besten bringt Ihr noch etwas Bedruckbares (T-Shirt, Stoffbeutel oder so) mit.
Im Innenhof des Bellevue könnt Ihr bei Jugend Rettet und Alarmphone München auf einen Glühwein und frische Waffeln (non-vegan und vegan) vorbeischauen. Drinnen wird es auch ein paar Kleinigkeiten zum Essen und verschiedene Getränke geben.
Wer sogar selbst etwas Essbares zum Verschenken mitbringt, kann beim vegetarischen Fresskorb-Wichteln mitmachen. Bei der Tombola hat jede*r die Chance, (neben anderem) so manch ein rares Artefakt aus dem ‚Sommer des Widerstandes’ zu gewinnen.

Also kommt vorbei und bringt Eure Freund*innen mit, wir freuen uns auf Euch!
Eure Seebrücke München

Rückblick: Zeit wird’s: Heimat statt Ausgrenzung – Demo am 8. Dezember 2018 in München

 

Am zweiten Adventswochenende war der orange Block wieder mal auf Münchens Straßen unterwegs. Gemeinsam mit hunderten von Bürger*innen sind wir dem Aufruf #HeimatStattAusgrenzung des Bündnis Gemeinsam für Menschenrechte und Demokratie gefolgt. Denn wir wollen eine Heimat für alle sein, die hier leben. Wir wollen eine offene und solidarische Gesellschaft, in der niemand in Kriegsgebiete abgeschoben wird, in der alle Menschen gleichberechtigten Zugang zu Arbeit und Bildung haben, in der die Rechte aller Menschen gleichermaßen respektiert und geschützt werden.‘

Wir fordern den sofortigen Rücktritt von Horst Seehofer als Bundesinnenminister!
Wir fordern den sofortigen Abschiebestopp nach Afghanistan!
Wir fordern Arbeits- und Ausbildungsgenehmigungen für alle Geflüchteten, unabhängig vom Aufenthaltsstatus oder Wohnort!
Wir fordern eine echte Perspektive und Integration von Geflüchteten und die Abschaffung der sogenannten AnkERzentren!
Wir fordern: Macht München zum Sicheren Hafen!

#HeimatStattAusgrenzung
#SeebrückeStattSeehofer

Petition: Eine Stadt für alle – Macht München zum Sicheren Hafen

Wir wollen 6.500 Unterschriften sammeln, um im Stadtrat Gehör zu finden

https://www.openpetition.de/petition/online/eine-stadt-fuer-alle-macht-muenchen-zum-sicheren-hafen

Mit Sorge beobachtet die Seebrücke München die derzeitige Situation im und um das Mittelmeer. Krieg, sowie Angst vor Verfolgung und Missbrauch zwingen Menschen zur Flucht. In Ermangelung legaler Einreisemöglichkeiten (z.B. über nationales Asylrecht oder internationale Resettlement-Programme) und sicherer Fluchtwege sind Geflüchtete gezwungen, auf die lebensgefährliche Überquerung des Mittelmeers nach oft jahrelangen Strapazen als ‘letzte Option’ auszuweichen. Laut UNHCR sind allein im Juni und Juli dieses Jahres 851 Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer gestorben, seit Beginn 2018 sind über 2060 Menschen dort ertrunken. Diese hohe Todeszahl – wobei die Dunkelziffer noch viel höher angesetzt werden muss – steht in direktem Zusammenhang mit Europas Abschottungspolitik: mit den Bemühungen, die Südgrenzen immer weiter zu militarisieren und bis in den afrikanischen Kontinent hinein zu verschieben. Und nicht zuletzt mit der staatlich inszenierten Kriminalisierung der zivilen Seenotrettung.

Angesichts dieser akut lebensbedrohlichen Lage an den Eingangstoren Europas rufen wir zur Solidarität mit allen Menschen auf der Flucht auf.

Da dieser Notstand durch die menschenunwürdige Politik der europäischen Regierenden stark verschlimmert, wenn nicht sogar herbeigeführt wurde, liegt es nun an uns Bürger*innen, sich unerschrocken für die Wahrung der Menschenrechte und den Schutz der Humanität einzusetzen. Dabei können Städte wie München eine tragende Rolle in der praktischen Umsetzung des Solidaritätsprinzips spielen und sich als klares Gegengewicht zur Abschottungspolitik der EU, der Bundesregierung und der Landesregierung Bayerns positionieren.

München ist nicht nur die drittgrößte Stadt Deutschlands, unser ‘großes Dorf’ ist auch wohlhabend und verfügt über einen starken Arbeitsmarkt. Noch dazu engagieren sich hier vor Ort bereits viele Anwohner*innen in Bürgerinitiativen, die sich um ein respektvolles Miteinander, sowie sozial-nachhaltige Strukturen bemühen. Damit verfügt die bayerische Landeshauptstadt über wesentliche Voraussetzungen, um das Konzept einer solidarischen Stadt für alle umsetzen zu können.

Wir fordern die Stadträt*innen und die Bürgermeister*innen Münchens auf, die Stadt zu einem Sicheren Hafen werden zu lassen. Dies bedeutet konkret:

  • sich mit Geflüchteten und den Seenotretter*innen solidarisch zu erklären;

  • sich aktiv gegen die Kriminalisierung der Seenotretter*innen einzusetzen und die Seenotrettung zu unterstützen;

  • einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel zu schreiben, ähnlich dem der Oberbürgermeister*innen Bonns, Kölns und Düsseldorfs, und sich für die Wiederaufnahme der Seenotrettung einzusetzen;

  • mehr Menschen aufzunehmen und Ressourcen zur Verfügung zu stellen;

  • sich gemeinsam mit den anderen Städten aktiv für Sichere Häfen in Europa einzusetzen;

  • eine Vorreiter*innenrolle in Bayern einzunehmen und sich mit anderen Sicheren Häfen aktiv auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene für Seenotrettung einzusetzen;

  • die Öffentlichmachung aller Handlungen, die unternommen werden, um München zu einem Sicheren Hafen zu machen;

  • Ankommen gewährleisten: Grundbedürfnisse sichern – Unterkunft, Ernährung, medizinische Versorgung.

Außerdem fordern wir die Schaffung nachhaltiger Strukturen und Institutionen um eine solidarische Stadt der Teilhabe und des gemeinsamen Miteinanders aller Menschen zu gewährleisten. Wir möchten eine Landeshauptstadt München in der sich alle Menschen frei und ohne Angst bewegen können, in der kein Mensch illegal ist.

Da Oberbürgermeister Dieter Reiter unsere Forderung nach Solidarität und politischem Engagement bis jetzt umgangen hat, haben wir nun eine Petition ins Leben gerufen. Wir wollen zeigen, dass sich Münchner Bürger*innen eine solidarische, weltoffene und bunte Stadt wünschen. Gemeinsam können wir Druck auf die Stadträt*innen und Bürgermeister*innen ausüben, endlich aktiv zu werden. Denn in Zeiten, in denen die allumfassende Gültigkeit der Menschenrechte angegriffen wird, sind Aktivität und nicht Passivität gefragt, um unser aller humanitären und solidarischen Grundwerte und zu wahren.

https://www.openpetition.de/petition/online/eine-stadt-fuer-alle-macht-muenchen-zum-sicheren-hafen

Am Totensonntag sagen wir ihre Namen

Grenzen töten – gemeinsam gegen das Vergessen

Am Samstag vor dem Totensonntag veranstalteten wir am Odeonsplatz eine Mahnwache. Wir gedachten all den Menschen, die an den europäischen Außengrenzen verschollen oder umgekommen sind. Wir erinnerten an die Menschen, die unsere Freund*innen und Nachbar*innen hätten sein können. Wir trauen um die Menschen deren Tod im Mittelmeer hätte vermieden werden können.

Wir haben die Namen verlesen von Verstorbenen und Vermissten. Dies geschah das gesamte Wochenende über in vielen Seebrücken Städten in Deutschland und Österreich.

Außerdem haben wir gemeinsam mit vielen Seebrücken in Deutschland und Österreich Forderungen an die Innenminister des Bundes und der Länder verlesen, die vom 28. bis 30. November in Magdeburg zur Innenministerkonferenz zusammenkommen:

Das Sterben an den Außengrenzen muss aufhören.
Seenotrettung ist kein Verbrechen sondern humanitäre Pflicht.
Schafft sichere Fluchtwege: Schiffe und Flugzeuge statt seeuntaugliche Schlauchboote.
Schafft Sichere Häfen: gebt Städten und Ländern die Möglichkeit Geflüchtete aufzunehmen.

Mahnwache am 24.11. am Odeonsplatz

Gemeinsam mit vielen anderen Städten ruft die Seebrücke München zum Gedenken auf. Unsere Mahnwache findet am Samstag, 24.11. um 16.00 Uhr am Odeonsplatz statt.

Grenzen töten – Gegen das Vergessen: In Gedenken an die Toten und Vermissten verursacht durch die Abschottung Europas

Am 25. November ist Totensonntag, ein Tag des Gedenkens für die Verstorbenen.
Für das Totensonntags-Wochenende rufen wir auf zum öffentlichen Gedenken an die Menschen, die an den europäischen Grenzen gestorben sind.
34.361 Menschen auf der Flucht, so hat es das Netzwerk UNITED FOR INTERCULTURAL ACTION dokumentiert, sind seit 1993 in Folge der Abschottungspolitik gestorben. Sie haben Sicherheit und ein besseres Leben in Europa gesucht, doch sie fanden den Tod. Die größte Gruppe unter ihnen sind die Ertrunkenen im Mittelmeer. Und das Sterben geht weiter: Durch die Verweigerung sicherer Fluchtwege und durch die Behinderung der freiwilligen Seenotrettung.
Die Tode dieser Menschen auf der Flucht wiegen besonders schwer, denn sie waren vermeidbar. Das Sterben im Mittelmeer ist kein Unglück. Menschen, denen Hilfe bewusst verweigert wird, sterben nicht einfach, sondern sie werden getötet.
Wir gedenken dieser Menschen, die unsere Freund*innen und Nachbar*innen sein könnten, aber den Weg zu uns nicht überlebt haben.
Wir sind zugleich unfassbar wütend über die tödliche Abschreckungpolitik an den europäischen Grenzen. Das Sterben kann und muss beendet werden. Jetzt.

Vom 28.-30. November findet in Magdeburg die Innenministerkonferenz statt. Hier kommen die Verantwortlichen für die Grenz- und Migrationspolitik Deutschlands zusammen: Der Bundesinnenminister und seine 16 Kolleg*innen aus den Bundesländern. Mit unserem Gedenken senden wir ihnen eine Botschaft:

An die Innenminister*innen des Bundes und der Länder:
Wir gedenken heute der Ertrunkenen auf dem Weg nach Europa auf der Suche nach Sicherheit die hier nie ankamen.
An die Innenminister*innen des Bundes und der Länder:
Wir fordern von Euch!
Das Sterben an den Grenzen muss aufhören!
Wir wollen sichere Fluchtwege, Schiffe und Flugzeuge statt lebensgefährlicher Schlauchboote.
An die Innenminister*innen des Bundes und der Länder:
Seenotrettung ist kein Verbrechen!
Seenotrettung ist eine humanitäre Pflicht!
Deshalb:
Unterstützt die Retter*innen und protestiert gegen ihre Krimimalisierung!
An die Innenminister*innen des Bundes und der Länder:
Wir wollen Sichere Häfen Länder und Städte, die Geflüchtete aufnehmen und willkommen heißen.
Deshalb:
Gebt den Ländern und Städten das Recht Menschen aufzunehmen, aus dem Mittelmeer und aus den Lagern in Griechenland, Libyen und anderwo!
An die Innenminister*innen des Bundes und der Länder:
Folgt nicht den Hetzer*innen und Rassist*innen!
Hört nicht ihre angeblichen Bedenken!
Hört unsere Wünsche!
Nach einem Ende des Sterbens
Nach einer offenen Gesellschaft
Nach Willkommen und Solidarität

WIR GEDENKEN DER TOTEN DER EUROPÄISCHEN AUSSENGRENZEN FÜR SEENOTRETTUNG UND SICHERE FLUCHTWEGE

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